Sorgsamer Umgang und richtige Entsorgung:

Warum Lithiumbatterien und Lithium-Ionen-Akkus keinesfalls in den Hausmüll gehören.

Umgang

Was du beachten solltest …

Entsorgung

Wohin mit Lithiumbatterien und-Akkus?

Lagerung

Was Du wissen solltest …

Worauf es ankommt:

Lithiumbatterien halten in allen Bereichen des Lebens von der Küche und Haushalt über Garten und Werkstatt bis hin zu Medizin und Gesundheit immer mehr Einzug. Ihr Bedarf wird laut Marktanalysen und Prognosen auch weiterhin ansteigen.

Bei sachgemäßem Gebrauch sind Lithiumbatterien und Lithium-Ionen-Akkus weitgehend sicher. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Lithium ist feuergefährlich und explosiv. Es ist daher wichtig, zu wissen, worauf im Umgang mit Lithiumbatterien zu achten ist.

Lithium-Primärbatterien

Lithium-Primärbatterien sind nicht wieder aufladbar und nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Sie werden in handelsübliche Größen – flach und rund als Knopfzelle oder in zylindrische Form – wie folgt angeboten: CR2032, CR2025, Micro (AAA), Mignon (AA), Baby (C), Mono (D), Block (V9). Verwendung z.B. in Haushaltsgeräten (Uhren, Taschenrechner, Waschmaschine, Küchenwaage & Co.), in der Sicherheitstechnik und in Sicherheits- und Kommunikationssystemen, in der Motorsteuerung, Reifendruckkontrolle, Telematik u.a.m.

Sekundärbatterien: Akkus

Sekundärbatterien sind als „Akkus“ in unterschiedlichen Bauformen (Rundzelle, Prismatische Zelle, Pouchzelle) bekannt und können wieder aufgeladen werden. Sie weisen keinen Memory-Effekt auf. Verwendung z.B. Mobiltelefone, Notebooks, Digitalkameras, Spielzeuge, tragbare Elektrowerkzeuge (Akku-Bohrer, Schrauber etc.), Rasenmäher, Gabelstapler, Notfallsysteme, Pufferspeicher für Photovoltaik, Elektromobilität (PKW, E-Bikes, etc.) u.a.m.

Welche Geräte können Lithium enthalten?

Schau mal nach, wie viele Lithiumbatterien/-Akkus Du zuhause hast.

Achtung: Brandgefahr!

Bei sachgemäßem Gebrauch sind Lithiumbatterien und Lithium-Ionen-Akkus weitgehend sicher.
Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Lithium ist feuergefährlich und explosiv.

Kommt Lithium in Kontakt mit Wasser oder Luft kann dies zu heftigen Bränden führen, bei Selbstentzündung oder Kurzschluss kann es zu Explosionen kommen. Ein Kurzschluss kann entstehen, wenn der Plus- und Minuspol über elektrische Leiter in Kontakt kommen oder wenn sich zwei Batterien berühren.

Lithiumbatterien und -Akkus niemals im Restmüll entsorgen (Explosions- & Brandgefahr!). Sie gehören ausschließlich über die Sammelstellen bzw. die Verkaufsstellen des Handels sachgemäß entsorgt.

Der Videobeitrag wurde vom IFS – Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. zur Verfügung gestellt. Nach Absprache mit dem IFS ist für Medien die honorarfreie Nutzung des Videomaterial möglich. Kontaktieren Sie bitte presse(at)ifs-ev.org.

Richtiger Umgang:

Originales Ladegerät verwenden.

Nur unter Aufsicht laden.

Batterien/Akkus getrennt sammeln.

Akkus nicht vollständig entladen.

Beim Lagern und vor dem Entsorgen Pole abkleben.

Unbedingt beachten!

Hitze/Kälte vermeiden.

Nässe/Feuchtigkeit vermeiden.

Überhitzung der Geräte vermeiden.

Nähe zu brennbaren Materialien beim Laden vermeiden.

Niemals in den Restmüll werfen.

Sorgsamer Umgang und richtige Entsorgung

Warum Lithiumbatterien und Lithium-Ionen-Akkus keinesfalls in den Hausmüll gehören.

Wissenswertes zu Lithium

Lithium ist ein silberweißes, hochreaktives Leichtmetall und gehört zur Gruppe der unedlen Metalle. Diese reagieren – im Gegensatz zu Edelmetallen wie z.B. Gold, Silber, Platin – bereits unter Normalbedingungen mit Sauerstoff (Umgebungsluft).

Häufige Fragen

Lithiumbatterien werden in handelsübliche Größen – flach und rund als Knopfzelle oder in zylindrische Form – wie folgt angeboten: CR2016, CR2025, CR2032, Micro (AAA), Mignon (AA), Baby (C), Mono (D), Block (V9).

Neben den genannten handelsüblichen Größen gibt es auch Spezialbatterien z.B. für den Modellbau, Spezialtaschenlampen oder für industrielle Anwendungen. Möglicherweise ist der Schriftzug „Li-metal“- oder „Li-Ion“ auf dem Akku vorhanden. Manche Hersteller bedienen sich einer blauen Kennzeichnung. Diese Art der farblichen Kennzeichnung ist derzeit allerdings nicht verbindlich vorgegeben und muss daher nicht auf den Batterien bzw. Akkus vorhanden sein.

Für Lithium-Knopfzellen haben sich bis dato keine herstellereigenen Bezeichnungen verbreitet. Geringfügige bauliche Abweichungen können vorkommen, so ist beispielsweise der Typ „CR“2354 nach IEC-Standard eine abgewandelte Version des JIS-Standards mit einer kleinen Absatzstufe am Rand des Minuspols. Wird nicht Mangandioxid, sondern Graphitfluorid als Kathodenmaterial eingesetzt, so lautet die Bezeichnung nicht “CR”, sondern “BR”. (Quelle: Wikipedia)

Bei elektrischen Geräten mit aufladbarem Akku handelt es sich zumeist um einen Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion)

Geräteliste

Eine Auflistung ist auf dieser Geräteliste zu finden.

Wenn Dein Akku sehr schnell und häufig heiß wird, könnte das ein Anzeichen sein, dass der Akku beschädigt ist. Achte auf folgende Anzeichen:

  • Beschädigtes oder erheblich verformtes Gehäuse
  • Anlaufstellen an Metallteilen der Batterie
  • Schmelzstellen am Kunststoffgehäuse
  • Erwärmung der Batterie in abgeschaltetem Zustand
  • Auslaufen der Batterie

Als besonders gefährlich gelten Akkus mit einem Stückgewicht über 500 Gramm.

Gemäß der Batterienverordnung (§ 9 Abs. 1 ) können Gerätealtbatterien unentgeltlich entweder beim Händler, den Sammelstellen der Gemeinden sowie sonstigen Rückgabemöglichkeiten, welche Hersteller oder Sammel- und Verwertungssysteme dafür einrichten, retourniert werden. Dabei wird nicht unterschieden, ob die Altbatterie beschädigt ist oder nicht. Unabhängig davon kann eine Empfehlung ausgesprochen werden, defekte Akkus bei Sammelstellen abzugeben, die entsprechend ausgerüstet sind.

Zum Sammelstellenfinder
 

Ist der Hersteller gleichzeitig auch Händler hat dieser Rücknahmepflicht. Einen gutenreparatur-Service bieten beispielsweise Samsung und Apple an. In den Service-Centern können Sie den Akku des Gerätes ausbauen und auf Wunsch auch gleich einen neuen einbauen lassen.

Lithiumbatterien gibt es in vielen verschiedenen Typen. Sie unterscheiden sich in Kathode, Elektrolyt und Separator und sind in verschiedenen Bauformen und Größen erhältlich.

Ein Lithium-Ionen-Akkumulator (auch Lithium-Ionen-Akku, Li-Ionen-Akku oder (sekundäre) Li-Ionen-Batterie) ist im Gegensatz zur Lithiumbatterie wieder aufladbar. Weiterentwicklungen des Li-Ionen-Akkus sind der Lithium-Polymer-Akku (auch LiPoly oder LiPo) und der Lithium-Titanat-Akku.

Weiters gibt es je nach Anwendungsspektrum:

  • Lithium-Thionylchlorid-Batterie (Li-SOCl2)
Anwendung zumeist für netzunabhängige Versorgung von Elektronik im militärischen und industriellen Bereich, in der Sicherheitstechnik und für Verbrauchszähler
  • Lithium-Mangandioxid-Batterie (Li-MnO2)
Anwendung in Kameras, Uhren und als Backup-Batterie für Speicherchips
  • Lithium-Schwefeldioxid-Batterie (Li-SO2)
Anwendung zumeist im militärischen Bereich
  • Lithium-Kohlenstoffmonofluorid-Batterie (Li-(CFn))
Anwendungen u.a. im medizinischen Bereich
  • Lithium-Iod-Batterie (Li-I2)
Anwendung in Herzschrittmachern
  • Lithium-Eisensulfid-Batterie (Li-FeS2)
Anwendung im Fotobereich

Lithium-Metall-Batterien gelten als erheblich besserer Stromspeicher mit einer sechs bis zehnmal höheren Energiedichte als Lithium-Ionen-Akkus. Sie werden als Knopfzellen in Uhren, Herzschrittmachern und anderen Medizingeräten eingesetzt, sind bisher aber nicht wiederaufladbar.

Lithium-Primärbatterien sind nicht wieder aufladbar und nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Knopfzellen werden in Geräten eingesetzt, die nur einen sehr geringen Strombedarf haben und sehr klein sind, wie Taschenrechner, Armbanduhren und Hörgeräte. Sie werden in handelsübliche Größen – flach und rund als Knopfzelle oder in zylindrische Form – wie folgt angeboten: CR2016, CR2025, CR2032 (sind häufig verwendete Knopfzellen zumeist in kleineren elektronischen Geräten), Micro (AAA), Mignon (AA), Baby (C), Mono (D), Block (V9).

Dazu ein Beispiel: CR 2032 ist eine Lithium-Rundzelle (CR=Lithium) mit 20 mm Durchmesser und einer Höhe von 3,2 mm.

Umgang

Sorgsamer Umgang erhöht die Sicherheit.

Verwende nur Originalgeräte
Die vom Hersteller empfohlenen, originale Ladegeräte sind aufeinander abgestimmt und erkennen den Ladezustand. So kann eine Überladung vermieden werden. Vorsicht vor gefälschten Lithium-Ionen-Batterien und -Akkus. Sie sind nicht mit den entsprechenden Sicherheitselementen ausgerüstet. Beim Gebrauch und Laden kann es daher zu Problemen kommen. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass Hersteller für Fehlfunktionen oder Unfälle keine Haftung übernehmen, die durch den Gebrauch von nicht originalen Lithium-Ionen-Batterien und Ladegeräten (einschließlich gefälschter Produkte) entstehen.

Akkus nie vollständig auf- und entladen
Lithium-Ionen-Akkus sollten nicht vollständig entladen und idealerweise auch nicht vollständig geladen werden. Beides verkürzt die Lebensdauer des Akkus. Als ideal gilt, den Akku nicht über 80% zu laden. Die Ladevorgänge sollten nicht unbeaufsichtigt erfolgen.

Vorsicht, wenn

  • die Batterie sich im abgeschalteten Zustand erwärmt oder Schmelzstellen am Kunststoffgehäuse zu sehen sind.
  • ein eigentümlicher Geruch wahrgenommen wird, der durch entweichende Gase oder schmelzenden Kunststoff entsteht. Nicht „direkt daran schnüffeln“, die Gase sind giftig.
  • Verformungen am Gerät bemerkt werden (z.B. „aufgeblähter“ Akku).

Getrennt Sammeln
Lithiumbatterien und -Akkus niemals im Restmüll/Hausmüll entsorgen (Explosions- und Brandgefahr!).

Bei Sammelstellen abgeben
Sie können bei den dafür ausgestatteten Sammelstellen und in den Geschäften, die Batterien und Akkus verkaufen, abgegeben werden. Diese sind in Österreich (seit 26.9.2008) gesetzlich zur unentgeltlichen Rücknahme verpflichtet, unabhängig von Größe der Verkaufsfläche und einem gleichzeitigen Neukauf. Nur so können Batterien und Akkus sachgemäß und umweltgerecht recycelt werden.

Pole abkleben
Die Pole vor der Entsorgung mit Klebestreifen (besser: Isolierband) abkleben, um sie so gegen Kurzschluss (Explosions- und Brandgefahr!) zu sichern. Wenn möglich, Akku getrennt vom Gerät abgeben.

Auf Beschädigung achten
Beschädigte Lithiumbatterien und -Akkus sofort zu einer Problemstoff-Sammelstelle bringen. Finde eine Sammelstelle in Deiner Nähe: Elektro-Sammelstellen in Österreich

Entsorgung

Richtige Entsorgung schont Ressourcen und Umwelt.

Lagerung

Richtige Lagerung schützt vor Schaden.

Geschützte Lagerung
Achte auf eine möglichst geschützte Lagerung, zum Beispiel in der Originalverpackung oder in einer Kunststofftasche. Grundsätzlich ist zu empfehlen, Altbatterien rasch bei einer Sammelstelle abzugeben.

Akku zur Hälfte laden
Wenn man einen Lithium-Ionen-Akku (Li-Ion) über einen längeren Zeitraum lagern möchte, dann sollte dies optimal mit 40% und 50% der Ladekapazität bei Zimmertemperatur (niemals unter 0 Grad) erfolgen. Danach reicht es, den Ladezustand zu prüfen und gegebenenfalls nachzuladen. Die Selbstentladung ist abhängig von der Temperatur (bei hohen Temperaturen höher). Pro Monat ist ein Ladungsverlust von 3 bis 5% möglich.

Pole abkleben
Wenn Geräte längere Zeit nicht verwendet werden, den Akku entfernen und die Pole am besten abkleben (Isolierband), einbetten in trockenen Sand.

Kurzschlüsse vermeiden
Akkukontakte (außerhalb der Geräte) nicht in Berührung mit metallischen Gegenständen wie z.B. Münzen, Schlüssel bringen. Dies könnte zu einem Kurzschluss führen und einen Brand verursachen. Beachte, dass die Sicherheitshinweise der Hersteller über den gesamten Entsorgungsweg eingehalten werden müssen. Diese sind zumeist in der Betriebsanweisung, auf der Verpackung des Gerätes bzw. der Batterie/des Akkus, in den Sicherheitsdatenblättern oder auf der Homepage der Hersteller etc. zu finden.

Auf Beschädigungen achten
Lagere die Geräte auch schon bei geringstem Verdacht auf Beschädigung keinesfalls zuhause und auch nicht in der Garage oder im Keller! Lass Dein Gerät bei mechanischer Beschädigung von einem Fachmann überprüfen und erneuere gegebenenfalls den Akku. Damit kann einer Fehlfunktionen oder einer Einschränkung der Gerätesicherheit vorgebeugt werden.

Wusstest du dass,

… moderne Akkus bei angemessener Pflege über 1.000 Mal geladen werden können?

Lithium-Batterien & -Akkus bis zu 75 % recycelbar sind? Sie enthalten auch andere wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Nickel, Kupfer, die rückgewonnen werden können.

… Lithium-Ionen-Akkus keinen Memory-Effekt haben und daher nicht „immer voll aufgeladen“ und nicht „immer voll entladen“ werden müssen?

… Lithium erstmals vom schwedischen Chemiker Johan August Arfwedson (1792-1841) entdeckt wurde?

… Lithium auch in der Natur vorkommt, zu den Spurenelementen zählt und auch in der Medizin Anwendung findet?

… rund 10 bis 40 Kilo Lithium für die Herstellung einer Elektro-Auto-Batterie benötigt werden?

… sich seit 2016 der weltweite Lithiumabbau mehr als verdoppelt hat? Experten schätzen, dass bis 2030 jedes Jahr mehr als 240.000 Tonnen Lithium allein in der Automobilindustrie gebraucht werden.

… die Lithiumressourcen weltweit insgesamt etwa 62 Millionen Tonnen betragen?

… Lithium als Arzneistoff zugelassen ist? Lithium wird zur Behandlung bestimmter akuter Depressionen und zur Prophylaxe manisch-depressiver und unipolar verlaufender affektiver Psychosen angewendet.

… wir Lithium mit unserer Nahrung aufnehmen? Eier, Milch und Fleisch sind neben Kartoffeln, Gemüse und Fische die wichtigsten Quellen. Weiters ist es in manchen Mineralwässern und in einigen Limonaden (z.B. Coca-Cola) enthalten. Auch im Trinkwasser kommt es – abhängig von der jeweiligen Region – in geringen Mengen vor.

rd. 4.700 to

Akkus werden jährlich in Österreich verkauft.

rd. 37%

der Österreich wissen nicht, ob sie Lithiumbatterien oder -Akkus zuhause haben.

ca. 1,4 Mio. Stück

Lithium-Batterien werden jährlich nicht oder falsch entsorgt.

ca. 40%

der in Verkehr gesetzten Gerätebatterien in Österreich sind Lithiumbatterien.

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